TVöD-Tarifanpassung 2026: Automatisch erhöht? Leider nicht immer.
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Ceno -
29. Mai 2026 um 15:27 -
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# TVöD-Tariferhöhung ab Mai 2026 – Zwischen automatischer Anpassung und manueller Nacharbeit
Mit der Entgeltabrechnung für Mai 2026 wurde in vielen Personal- und Entgeltabrechnungsstellen die zweite Stufe des aktuellen TVöD-Tarifabschlusses umgesetzt. Die Anpassung der Tabellenentgelte verlief in den meisten Abrechnungssystemen weitgehend automatisiert. Dennoch zeigte sich in der Praxis erneut, dass Tariferhöhungen häufig mehr Arbeit verursachen als die reine Aktualisierung der Entgelttabellen.
Während die neuen Tabellenwerte problemlos eingespielt werden konnten, stellte sich bei unseren Nachkontrollen heraus, dass nicht alle tarifabhängigen persönlichen Zulagen automatisch angepasst wurden. Einige Zulagen waren systemseitig nicht vollständig tarifdynamisch hinterlegt oder basierten auf individuellen Konstellationen. Die Folge: Die betroffenen Fälle mussten manuell geprüft und korrigiert werden.
Gerade solche Sachverhalte verdeutlichen, wie wichtig eine sorgfältige Nachkontrolle nach Tarifanpassungen ist. Auch wenn moderne Abrechnungssysteme einen Großteil der Änderungen automatisiert verarbeiten, können individuelle Entgeltbestandteile schnell übersehen werden.
Neben den Tabellenentgelten sollten Payroll-Abteilungen insbesondere folgende Bereiche im Blick behalten:
- Persönliche und tarifabhängige Zulagen
- Schicht-, Wechselschicht- und Zeitzuschläge
- Teilzeitbeschäftigungen und individuelle Arbeitszeitmodelle
- Rückrechnungen und Nachberechnungen
- Auswirkungen auf Jahressonderzahlungen
- Entgeltbestandteile für Auszubildende, dual Studierende und Praktikanten
Besonders in größeren Einrichtungen mit vielen Beschäftigten kann bereits eine kleine Anzahl manuell anzupassender Zulagen einen erheblichen Mehraufwand verursachen. Gleichzeitig steigt das Risiko von Abrechnungsfehlern, wenn die automatischen Systemanpassungen nicht durch entsprechende Plausibilitätskontrollen begleitet werden.
Die Tariferhöhung im Mai 2026 hat daher einmal mehr gezeigt, dass die eigentliche Arbeit oft erst nach der technischen Umsetzung beginnt. Eine erfolgreiche Tarifanpassung endet nicht mit dem Einspielen neuer Tabellenwerte, sondern erst dann, wenn sämtliche Entgeltbestandteile geprüft und korrekt verarbeitet wurden.
Für Payroll-Verantwortliche bleibt die wichtigste Erkenntnis: Vertrauen ist gut – Kontrolle ist bei Tarifanpassungen weiterhin unverzichtbar.